Dialog statt Streit - Teil 1

Ein Streitgespräch ist meist destruktiv und voller Vorwürfe, dabei könnten wir gerade im Konfliktfall einen konstruktiven Dialog gut brauchen, sodass ein Raum für Änderungen und Verständnis geschaffen werden kann und jeder als „Gewinner“ hervorgeht. Es ist halt manchmal so schwer aus seiner eigenen Haut heraus zu schlüpfen und noch dazu wenn man sich voll "im Recht" fühlt.

Was kann man tun um aus einem Streit einen Dialog zu machen?

Gewaltfreie Kommunikation

Gelbe Krabbenspinne auf einem Hahnenfuß - Beobachten statt Bewerten - Walking and Talking

Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg ist ein Konzept zur Verbesserung der zwischenmenschlichen Kommunikation. Seine Methoden kommen heute in der Schulpädagogik, in der Psychologie, der Mediation, in Therapie und Beratung, Geschäfts- und Krisenverhandlungen zum Einsatz. Mit gewaltfreier Kommunikation ist es möglich im Konfliktfall in einen konstruktiven Dialog zu treten, anstatt sich destruktiven Streitgesprächen hinzugeben.

Der erste Schritt dabei ist sehr wesentlich, wenn auch nicht immer leicht:

Beobachten statt Bewerten

Dieser Schritt verlangt bei den meisten Menschen einiges an Übung, da unser Gehirn dazu neigt, sofort eine geeignete Bewertung zu finden um eine Situation schneller nach den bereits erlernten Kriterien zu analysieren.

Vielleicht setzen Sie sich einfach einmal mit einer(m) ÜbungspartnerIn hin und versuchen sich gegenseitig zu beschreiben. Interpretationen sind dabei tabu. „Du siehst glücklich aus“ ist zum Beispiel eine Bewertung, eine Interpretation. Tatsächlich können wir vielleicht Lachfältchen bei den Augen sehen, nach oben gezogene Mundwinkel oder ähnliches.

Wenn man diese Übung öfter durchführt lernt man  mit der Zeit den Unterschied zwischen Bewertung und Beobachtung und kann bewusst immer besser beides differenzieren.

Doch warum ist es eigentlich so wichtig, Bewertung und Beobachtung zu trennen?

Bewertungen behindern die Einfühlung

Gelbe Krabbenspinne auf Hahnenfuß

Wir alle leben in unserer eigenen Welt, die ein Produkt unserer persönlichen, individuellen Erfahrungen ist.  So existiert die Spinne auf dem Foto zum Beispiel in der Welt des gestressten Managers gar nicht, weil er sie übersieht. In der Welt des Biologen wird sie vielleicht Erstaunen oder Freude hervorrufen, in der Welt eines Menschen mit Krabbeltier-Phobien wird sie vermutlich nur für Unmut und Angst sorgen. So kann ein und dieselbe Beobachtung unterschiedliche Gefühle hervorrufen.

Bei einem Konflikt ist es wichtig, sich auch in die emotionale Welt des Anderen hineinversetzen zu können und das verhindern unsere eigenen Bewertungen. Daher spielt es eine große Rolle zuerst einmal nur zu beobachten und wie in diesem Beispiel nur die Spinne auf der Blume zu sehen, ohne ihr eine Bedeutung beizumessen.

Nach Rosenberg sind wir von Natur aus sehr einfühlsam und nur moralische Urteile und Bewertungen entfremden uns von dieser einfühlsamen Ader und in Folge auch von unseren Mitmenschen.

 

„Die höchste Form menschlicher Intelligenz ist die Fähigkeit,

zu beobachten ohne zu bewerten.“

(Jiddu Krishnamurti, 1895-1986, indischer Philosoph)

 

Es zahlt sich also aus, die Beobachtungsgabe zu schulen und die Unterscheidung zur Bewertung bewusst zu erleben!

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